Goldene Schüsse in einer lauen Sommernacht

Ihre Augen verloren sich
im Dunkel des samtigen
Tunnels ihrer kleinen Existenz.

Geschützt durch silberne
Filter in ihren Ohren
nur bereit durchzulassen
was ihrem unklaren Schema entsprach.

Das hölzerne Gestänge,
das sie in ihrem winzigen Herzchen trug
knackte, als die Augäpfelchen
vor dem starren Geist mäanderten.

Ein Funke machte sich auf und
trabte befreit die Wirbellunte
entlang und das Zischen löste
ein merkwürdiges Verständnis in ihr aus
das anhielt als das Holz Feuer fing
und das Korsett, das sie mit
einem starren Eigensinn zu tragen pflegte
in Flammen aufgehen ließ.

Als die Hitze ihre Schwingen ausbreitete
Beginnt sie endlich zu leben, zu schweben, sich zu erheben
Und in das Jetzt zu streben
Und am Ende war sie
Was sie niemals war
Denn sie war frei
Und sollte es für immer bleiben.

Spring!

Spring! sagte der Mann
Und sah ihn böse an
Und er wollte doch so gern
Denn verweigern lag ihm fern

Mit dem Willen eines Balles
Versuchte er jetzt alles
Doch böser Mann erbarme
Ihm fehlen Bein und Arme

Nichts half, er musste warten
Und so blieb er auf dem Spaten
Ja, er stellte sich dem Zorn
Da zeigte er Größe, der Sandkorn.

Verhinderte Wahnvorstellung

Das kalte Metall fühlt
sich gut an in Gedanken
war er jedoch bei seiner Ex
mit der er heute wieder zusammen
getroffen war in der grauen Kar-
Stadt in der er endlich Blutdruck-Pillen
für seine Mutter gekauft hatte die seit
dreieinhalb Jahren tot war
für ihn der sie zu lieben
nie aufgegeben hatte. Sich dagegen schon
längst wieder den Fransen
der Gesellschaft widmend schnitt
er mit seinem kühlen Metall-
Geist der ihn nie verlassen hatte
wollen und dennoch längst die Nähe
eines anderen gefunden hätte
wenn er nicht von der kurzen
Ader seiner medikamentös
verhinderten Wahnvorstellung ge-
lassen worden wäre als er also die
Schere ansetzte und den dünnen Hals
der Zigarette mit einem kurzen Schnappen
das seinem Mund entwich durch-
kappte und sich nun endgültig
von seinem Laster trennte dem
sammeln von Fluppen aus aller Herren-
Anwesen seiner Nachbarschaft. Seine Ex
dankte es ihm und sah zärtlich
von einer Verhaftung ab.

Hand in Hand

Da musste er oft zucken

diese Lichter kitzelten ihn dort

wo es meist kalter Bezirk war

das unentdeckte Land.

Dann fiel er um und

stoß sich den Kopf an

Ecken, Kanten, Brettern

und er musste ein bisschen lachen

über die roten Tropfen,

die herumflogen, kullerten und

sich auf seine groben Züge legten.

Dann musste er meist

weinen und lange Tränen-

fäden zeichneten die

runde Fläche seines Mondgesichts nach.

Dann wachte er auf,

wenn die Sonne durch das

kleine Loch in der weißen Wand

neben seinem Bett Strahlen

in seine runden Glubschaugen schubste.

Dann dachte er an seinen Vater,

sie gingen immer Hand in Hand,

seit er laufen konnte, was

sehr spät war. Er dachte an die

Wärme seiner Haut und fragte laut:

Tot? Und das Wort schmeckte

wie ein alter Kaugummi, doch

er schluckte ihn nicht.

Da musste er oft zucken.