Goldene Schüsse in einer lauen Sommernacht

Ihre Augen verloren sich
im Dunkel des samtigen
Tunnels ihrer kleinen Existenz.

Geschützt durch silberne
Filter in ihren Ohren
nur bereit durchzulassen
was ihrem unklaren Schema entsprach.

Das hölzerne Gestänge,
das sie in ihrem winzigen Herzchen trug
knackte, als die Augäpfelchen
vor dem starren Geist mäanderten.

Ein Funke machte sich auf und
trabte befreit die Wirbellunte
entlang und das Zischen löste
ein merkwürdiges Verständnis in ihr aus
das anhielt als das Holz Feuer fing
und das Korsett, das sie mit
einem starren Eigensinn zu tragen pflegte
in Flammen aufgehen ließ.

Als die Hitze ihre Schwingen ausbreitete
Beginnt sie endlich zu leben, zu schweben, sich zu erheben
Und in das Jetzt zu streben
Und am Ende war sie
Was sie niemals war
Denn sie war frei
Und sollte es für immer bleiben.

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Szenen keiner Ehe

Sie so: Du weißt es nicht.
Er so: Ich weiß es einfach nicht.
Sie: Aber du musst es doch wissen.
Er: Ich will es doch auch wissen.
Sie: Ich werde dich vermissen.

Er so: Es ist zu spät.
Sie so: Ja es ist zu spät.
Er: Wie konnte ich den Zeitpunkt verpassen?
Sie: Wie konntest du nur den Zeitpunkt verpassen?
Er: Ich werde mich dafür hassen.

Sie so: Wie geht es dir?
Er so: Ich sehne mich nach dir.
Sie: Ich sehne mich nach diesen Gefühlen.
Er: Wann hast du aufgehört zu fühlen?
Sie: Nimm meine Hand, sie wird dich kühlen.