Kunst heute

Kunst war einst Ergebnis Grenzen sprengender Genialität
Ein produktiver Wirbelsturm – nur entfesselt, nie gesät;
Heute ist sie nur Produkt und erfüllt Konsum-Funktion
Künstler sind Funktionäre und Banalität ist Legion.

Eingesperrt in Stein fehlt der Zugang für die Leute
Doch für Trash-TV und Industrie sind sie ohnehin nur Beute
Das Spiel der Massen, zu einem skurrilen Ende überspitzt
In Plastik und Beton gegossen, blutig mit Eisen eingeritzt.

All das Schöne? Aus der Sozietät heraus säkularisiert
Ästhetik? Gibt es – als Mager-Stereotyp mit Photoshop editiert
Genialität? Heute in Zahlen und Gewinn gemessen.
Wünschelrute, Träume, Zauberworte – längst vergessen?

Goldene Schüsse in einer lauen Sommernacht

Ihre Augen verloren sich
im Dunkel des samtigen
Tunnels ihrer kleinen Existenz.

Geschützt durch silberne
Filter in ihren Ohren
nur bereit durchzulassen
was ihrem unklaren Schema entsprach.

Das hölzerne Gestänge,
das sie in ihrem winzigen Herzchen trug
knackte, als die Augäpfelchen
vor dem starren Geist mäanderten.

Ein Funke machte sich auf und
trabte befreit die Wirbellunte
entlang und das Zischen löste
ein merkwürdiges Verständnis in ihr aus
das anhielt als das Holz Feuer fing
und das Korsett, das sie mit
einem starren Eigensinn zu tragen pflegte
in Flammen aufgehen ließ.

Als die Hitze ihre Schwingen ausbreitete
Beginnt sie endlich zu leben, zu schweben, sich zu erheben
Und in das Jetzt zu streben
Und am Ende war sie
Was sie niemals war
Denn sie war frei
Und sollte es für immer bleiben.

Szenen keiner Ehe

Sie so: Du weißt es nicht.
Er so: Ich weiß es einfach nicht.
Sie: Aber du musst es doch wissen.
Er: Ich will es doch auch wissen.
Sie: Ich werde dich vermissen.

Er so: Es ist zu spät.
Sie so: Ja es ist zu spät.
Er: Wie konnte ich den Zeitpunkt verpassen?
Sie: Wie konntest du nur den Zeitpunkt verpassen?
Er: Ich werde mich dafür hassen.

Sie so: Wie geht es dir?
Er so: Ich sehne mich nach dir.
Sie: Ich sehne mich nach diesen Gefühlen.
Er: Wann hast du aufgehört zu fühlen?
Sie: Nimm meine Hand, sie wird dich kühlen.

Spring!

Spring! sagte der Mann
Und sah ihn böse an
Und er wollte doch so gern
Denn verweigern lag ihm fern

Mit dem Willen eines Balles
Versuchte er jetzt alles
Doch böser Mann erbarme
Ihm fehlen Bein und Arme

Nichts half, er musste warten
Und so blieb er auf dem Spaten
Ja, er stellte sich dem Zorn
Da zeigte er Größe, der Sandkorn.